Über ‚Der Heidelberger Campus-Mord’
Hart
ging er (Hubert Bär) mit der wissenschaftlichen Elite der Universitätsstadt
Heidelberg ins Gericht. Affären, Intrigen, Eifersuchts- und Ränkespiele sowie
erotische Seitensprünge entlarven Professoren und Doktoranden als Menschen, die
vor nichts zurückschrecken... Es gibt keinen charismatischen Ermittler, keine
Verhöre, und den gerne bemühten Sieg des Guten über das Böse spart der Autor
bewusst aus. Sturm in Rhein-Neckar-Zeitung 3. Februar 2010, S. 6 Dabei kann aber auch eine Handlung, in der der Mörder dem Leser
von Anbeginn seine Identität offenbart, bis zum Schlusskapitel spannend sein.
Wie packend ein durch und durch perfides Ränkespiel um Gier, Macht und
Reputation sein kann, zeigt Hubert Bär dem Leser in seinem Roman "Der
Heidelberger Campus-Mord". Das Morden spielt hier nur eine untergeordnete Rolle. Hier irrt
der Leser an der Hand eines wissenschaftlichen Mitarbeiters durch die
altehrwürdigen Gänge der Universität: Jochen Pfeifer, eine verkrachte
Existenz, steht am Ende seiner Karriere. Seine Doktorarbeit ist in weite
Ferne gerückt, Frau und Kind haben sich von ihm abgewandt. Am Seminar ist der
verbummelte Mitarbeiter die letzte Wahl und soll seinen Job verlieren, da die
Universität bei der Bewerbung zur Elitehochschule durchgerasselt ist. Kopf-
und planlos begeht er einen Mord und findet erst nach und nach heraus, wie
sinnvoll diese Tat eigentlich war. Rebecca Botsch in Mannheimer Morgen Hubert Bärs Krimi ist kein
Krimi mit Kriminalinspektor und hebt sich auch ansonsten wohltuend von den
üblichen Vertretern dieses Genres ab. Indes auch in seinem Buch geht es um
Mord... (nah) in Rhein-Neckar-Zeitung (Rund
um Heidelberg/ Beilage: Blick in die Region), 15.10. 09, S.2 Da steht kein Verbrechen am
Anfang, das von einem Spezialagenten aufgeklärt werden muss. Nein, es wird
hier weniger aus detektivischer Sicht berichtet, sondern der (scheinbare)
Täter kommt zu Wort und muss erst einmal sich selbst wiederfinden. Sabrina
Ehret in Rhein-Neckar-Zeitung (Feuilleton),
26./27.9. 09, S.14 Für sein aktuelles Buch „Der
Heidelberger Campus-Mord“ hat er sich mit dem Elite-Begriff befasst und mit
der These, Schiller könne von seinem Dichterkollegen Goethe ermordet worden
sein. Beide Themenkomplexe fügte Hubert Bär für sein Buch dann zu einer
doppelten Konkurrenzgeschichte zusammen, die kein typischer Krimi ist und
ohne einen schrulligen Ermittler auskommt. Nicole Hess in Die Rheinpfalz (Kultur Regional), 24.7. 09, S.3 Wie schon in seinen vorherigen
Arbeiten besticht Hubert Bär durch eine meisterhafte Formulierungskunst, die
jede Passage seines Romans durchdringt. Wie schön für ihn und seine
aufwendige Arbeit, dass er mit Wellhöfer einen seriösen Verlag gefunden hat,
der sorgfältig lektoriert und sich so wohltuend von anderen kleinen Verlagen
abhebt. Wer beim
„Heidelberger Campus-Mord“ einen konventionellen Krimi erwartet, liegt daneben. Das Genre ist für Hubert Bär nur
Mittel zum Zweck. Natürlich wird Spannung aufgebaut und will man wissen, wer
denn nun die gleichermaßen attraktive wie auf den eigenen Vorteil bedachte
Germanistikstudentin Silke Brehme ermordet hat. Etwa der Protagonist Pfeifer,
wissenschaftlicher Angestellter am Germanistischen Seminar, aus dessen
Perspektive die Handlung erzählt wird? An dieser traurigen Gestalt, die in
vielerlei Hinsicht in der Sackgasse gelandet ist, wird Bärs eigentliche
Intention über den reinen Krimi-Plot hinaus deutlich: Der Autor geißelt in
beißender Satire das Milieu der Literaturwissenschaftler im romantischen
Heidelberg. Günter Helfrich in: GEW-Zeitung Rheinland-Pfalz 7-8, 09, S. 25 ... Das Elitäre ist ihm (Hubert Bär) verdächtig.
Seine Campus-Morde tragen sich in einem satirisch zugespitzten Milieu der
Geisteswisenschatler zu. Es ist ein sprachlich ausgefeiltes Stück
Kriminalliteratur, das dem geneigten Leser sogar noch mit
literaturwissenschaftlichem Stoff versorgt. Akribisch dröselt er die immer wieder kolportierte Story von
der möglichen Ermordung Schillers durch Goethe auf. Kirsten Baumbusch in:
Rhein-Neckar-Zeitung / Nr. 142, 24. Juni 2009, S. 11 ... Mit diesem sprachlich ausgereiften Krimi öffnet uns
der Autor Hubert Bär die Augen, wie es in der wissenschaftlichen Elite
möglicherweise auch zugeht. Affären, Intrigen und Ränkespiele entlarven vor
allem die Herren Professoren und Doktoren als Menschen, die um des eigenen
Fortkommens willen vor nichts zurückschrecken. Nicht nur des Themas wegen und
des Umfelds kann man den ›Heidelberger Campus-Mord‹ schon als literarischen
Krimi bezeichnen. Er hebt sich sowohl sprachlich als auch konzeptionell von
anderen Lokalkrimis ab. Die Erzählperspektive liefert diesmal kein Detektiv
oder Hauptkommissar auf Verbrecherjagd, sondern der zunächst verdächtigte
Wissenschaftler Jochen Pfeifer. Lobend zu erwähnen ist auch Hubert Bärs Spiel
mit Realität und Phantasie, das es dem Leser nicht leicht macht, dem wahren
Verbrechen auf die Spur zu kommen. Jana
Stahl am Sonntag, 14. Juni 09, 20 Uhr
in ‚Frisch gepresst’. Eine Sendung des Campus-Senders radioaktiv Mord mit Happy-End
Aber die Art, in der Bär die Anweisungen
dieses Krimi-Rezepts abarbeitet, ist ungewöhnlich und nachdenkenswert. Hier
schreibt einer, dem es nicht genügt, mit den Hunderten von Krimischreibern in
unserem Land das große Klagelied zu singen, man werde von den
Literaturkritikern und der Presse nicht so stark beachtet, wie man es
verdient habe. Dabei biete man dem Publikum doch so viel an Vergnügen. Hier
haben wir es mit einem Autor zu tun, der offensichtlich mehr bieten will als
spannende Unterhaltung, indem er den Krimi als ein Stück Literatur
präsentiert, also ganz anders. Dazu gehört auch, dass es im Hintergrund um
eine literaturwissenschaftliche Theorie geht, nämlich um die mögliche
Ermordung Schillers durch Goethe. Im Übrigen ist das ein informativer und mitfühlender
Blick auf den Betrieb im literaturwissenschaftlichen Institut einer
Universität mit den Existenznöten hochqualifizierter Menschen, die viel zu
lange ohne feste Stelle von den Launen der Lehrstuhlinhaber und von
Forschungsaufträgen abhängig sind. Die Andersartigkeit dieses Krimis fängt
schon damit an, dass er nicht mit einem Mord anfängt. Der Brückenkopf zu
einem durchgehenden Spannungsbogen wird erst auf Seite 30 gesetzt. Und mit
der ersten Schilderung eines Mordes nimmt der Autor seine Leser auf den Arm.
Man findet auch nirgends die absichtsvoll burschikose Sprache der
Krimiautoren. Der Sprachduktus ist anspruchsvoll, gelegentlich direkt
dichterisch. Es geht auch nicht um die tollste neue Variante in der
Ausführung eines Verbrechens, sondern um Altbekanntes. Zudem wird die Tat, um die es zu gehen
scheint, nicht direkt geschildert, sondern als Geständnis oder Phantasie oder
Erinnerung oder Wunschdenken – was wirklich, bleibt offen – von der
Hauptperson auf der Ledercouch seinem Psychotherapeuten erzählt. Sprachlich
geschickt gemacht: Es bleibt alles im Bereich des Möglichen. Es steht auch
kein komischer oder schrulliger Ermittler im Mittelpunkt, gerade dass einmal
ein Kripobeamter bei dem Uni-Assistenten vorbeischaut und seinen Wagen
mitnimmt. Das Ergebnis der Untersuchung des Wagens kommt irgendwann in einem
Nebensatz. Schließlich bringt das Buch die Aufklärung des Falles nicht in dem
üblichen Verhör, dem triumphalen Sieg des Guten über das Böse, des
überlegenen Ermittlers über den nur vermeintlich so schlauen Täter, sondern
bloß versehentlich, und zwar in einem wissenschaftlichen Gespräch mit der
sich daran anschließenden Überlegung des Protagonisten, was ihm jetzt
Schlimmes widerfahren werde. Zuletzt sei noch erwähnt, dass das Buch auch
sein Happy-End hat, allerdings ein anderes als von den Hauptfiguren
angestrebt. Insgesamt also ein wohltuend anderer Krimi, ein
ernstzunehmender. Walter Laufenberg in: www.netzine.de vom 24.5.09 Früherer Pforzheimer und „Campus-Mord“ ... Hubert Bär, der seine Jugend
in Pforzheim verbrachte und auf dem Kepler-Gymnasium das Abitur ablegte,
wirft einen Blick hinter die saubere Fassade Heidelberger Eliten. Nicht nur
Freunde des Regionalkolorits kommen hier auf ihre Kosten. Auch wer wissen
möchte, was dran ist an Spekulationen um eine mögliche Ermordung Schillers,
erfährt in diesem Buch interessante Neuigkeiten. PK in: Pforzheimer Kurier vom 12. Mai
2009 Mörderisch statt elitär Hubert Bär schrieb Uni-KrimiWir befinden uns im Heidelberg des Jahres
2007, genauer gesagt: auf dem Campus. Die Universität kämpft um den
Elite-Status, und dazu ist einigen Vertretern der Professorenschaftaft jedes
Mittel recht. Gilt es doch, mühsam erworbene Pfründe zu sichern und die
eigenen Schäfchen, pardon: Assistenten und Doktoranden, ins Trockene zu
bringen. In seinem neuen Krimi ,,Der Heidelberger Campus-Mord"
beschreibt Hubert Bär die unsauberen Machenschaften gut dotierter
Honoratioren, denn unter dem Deckmäntelchen gemeinsamer Forschung und hehrer
Visionen brodelt eine gefährliche Mischung aus Ehrgeiz, Intrigen und
Abstiegsängsten. Plötzlich ist eine Studentin verschwunden und auf dem Campus
liegt eine Leiche. Hubert Bär weiß, wovon er schreibt. Der 1942 geborene Autor lebt seit 1962 in und um Heidelberg, wo er Germanistik und Romanistik studiert und promoviert hat. Bärs Hauptfigur Jochen Pfeifer ist denn auch wissenschaftlicher Angestellter am Literaturwissenschaftlichen Institut und schreibt bei Professor Kögel seine Doktorarbeit. Dabei ist er ebenso erfolglos wie in seiner Ehe mit Frauke. Gerade hat Pfeifer Frau und Kind verlassen, doch zu einem erotischen Abenteuer mit der attraktiven Studentin Silke fehlt ihm ebenso der Mut wie zu einer Auseinandersetzung mit seinen intriganten Kollegen. Mit spitzer Feder nimmt Hubert Bär das universitäre
Leben aufs Korn. Da benehmen sich Professoren wie Duodezfürsten, die in der
Mensa die neuesten Personalien diskutieren und sich gegenseitig nicht die
Butter auf den Partyhäppchen gönnen. Die Handlung ist angereichert mit
üppigem Lokalkolorit, Heiligenberg und Schlossbeleuchtung fehlen ebenso wenig
wie Verkehrsschikanen, Brentano-Preis und Poetik-Dozentur. So ist ,,Der
Heidelberger Campus-Mord" ein spannendes Lesevergnügen für Lokalpatrioten,
Elite-Skeptiker und Krimifans. Ingeborg Salomon in: Rhein-Neckar-Zeitung /
Nr. 91, 21. April 2009 Hubert Bär belebt den Campus-Krimi neu
»Inzwischen hat, so
hört man, die Verkettung von Effizienzanalysen, Exzellenzinitiativen und
Existenzängsten das hiesige Hochschulklima derart heruntergekühlt, dass
Lehrende, Forschende und Studierende sich nur noch zielstrebig ihrem
Fortkommen widmen und für Aus- und Abschweifungen, wie der widerborstige
Anglist Schwanitz (in »Der Campus« und »Der Zirkel«) sie schilderte, weder
Zeit noch Mumm übrig haben. Kein Wunder, dass das ehrwürdige
amerikanisch-britische Genre des Campus-Romans bei uns keine Blüten mehr
treibt.« Das schrieb vergangenen September die ehemaliger
FAZ-Literaturkritikerin Kristina Maidt-Zinke in der Süddeutschen Zeitung. Was
das Klima an den Hochschulen betrifft, mag sie recht haben. Ihre Einschätzung
in Sachen Campus-Roman wird sie revidieren müssen. Eben jenes Klima, das Frau
Maidt-Zinke beschreibt, der Mythos von der Leistungsgesellschaft und ihren
Eliten an den Hochschulen so wie der Rechtfertigungsdruck der Geistes-
gegenüber den Naturwissenschaften, sind Thema von Hubert Bärs Kriminalroman
»Der Heidelberger Campus-Mord«. Die Handlung spielt im Jahre 2007 in
Heidelberg, zu einer Zeit, als die Universität und die kommunale
Öffentlichkeit zu verkraften hatten, dass ein Antrag der Universität auf
Anerkennung des bereits sicher geglaubten Elitestatus abgelehnt wurde. Jochen Pfeifer,
wissenschaftlicher Angestellter am Literaturwissenschaftlichen Institut,
erwacht eines Morgens aus einer schweren Benommenheit. Mühsam versucht er
sein Erinnerungsvermögen auf Trab zu bringen. Dabei findet er heraus, dass am
Vorabend eine kleine Gesellschaft bei seinem Vorgesetzten, Professor Kögel
stattfand, bei dem die Studentin, Silke Brehme den Professor mächtig
umgarnte. Pfeifer, der mit seinem Vorgesetzten gerne über eine Verlängerung
seines Anstellungsvertrages gesprochen hätte, kam überhaupt nicht zum Zuge.
Bärs Buch ist zwar in der
Reihe »Kurpfalz Krimi« erschienen, dennoch ist es ein klassischer Vetreter
des Campus-Krimis. Die Gattung gilt als Forum der Autoritäten- und
Institutionenkritik und Vehikel der Auseinandersetzung um Bildungspolitik in
satirischer Form, oft mit selbstironischen Akzenten. Ein besonderes Augenmerk
gilt dem intertextuellen Spiel mit den Methoden der modernen
Literaturwissenschaft; so wollen an Bärs Literaturwissenschaftlichem Institut
sich gleich drei Personen – passend zu Schillers 250. Geburtstag 2009 - mit
neuesten Erkenntnissen zum Verhältnis von Goethe zu Schiller profilieren.
Eine willkomene Gelegenheit für den Autor, spitze Pfeile voller Ironie in
Richtung Palais Boiserée, dem Sitz der Heidelberger Germanistik, abzuschiessen. »Der Heidelberger
Campus-Mord« steht in der Tradition von Dorothy Sayers Gaudy Night, The
Groves of Academe von Mary McCarthy, den Büchern von Dietrich Schwanitz und
Thea Dorns Berliner Aufklärung und kann als gelungene Wiederbelebung des
Genres Campus-Krimi bezeichnet werden. Werner Traschütz auf www.Lesezeichen.Szylla.net 11. April 2009 »Heidelberg
will Spitze sein. Die Stadt will Weltkulturerbe
werden, die Universität Eliteuniversität. Letzteres hat am Ende des Romans
auch wie in der Realität geklappt. Bis dahin geht es in Hubert Bärs Krimi
aber erst einmal höchst kriminell zu. Da wird mit ganz harten Bandagen
gekämpft und die vermeintlich gemeinsamen Visionen sind nur ein
Deckmäntelchen. Jeder kämpft für sich, für die eigene Anerkennung, die
Karriere ... Die akademische Fassade bröckelt. Hubert Bär ... wirft einmal
einen ganz anderen Blick auf das Universitätsleben. Spannend und mit spitzer
Feder geschrieben: Der Heidelberger Campus-Mord... Spannende(r) Krimi(s) mit
viel Lokalkolorit.« Doris
Steinbeisser am 8.4.09 in SWR4 |