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Hubert Bär: Verbrannte Legenden. Roman. Verlag Pfälzische Post. Neustadt a.d.W. 1991. ISBN:3-926912-15-4. 224 Seiten. 10 € Im Mittelpunkt steht eine Gruppe. Eine Gruppe, die sich die
Unterstützung der Befreiungsbewegungen in Mittelamerika, besonders der
Sandinisten in Nicaragua und der Guerilla in EI Salvador (FMLN) zum Ziel
gesetzt hat: Eine Solidaritätsgruppe. Der Roman erzählt, mit welcher
Motivation und welcher Vorbelastetheit Einzelne zur Gruppe stoßen: Ein
gescheiterter Fotograph, der vom Verfassungsschutz als V-Mann angeworben
wird, eine Studentin der Kunstgeschichte, die sich in einen Latino verliebte,
von diesem aber verlassen wurde, ein Alt-68er, der in Solidaritätsgruppenpolitisch
überlebte und sich nun schwer tut, einen Absprung zu finden. Zwischen
Grundsatzdiskussionen, Demonstrationen und Aktionen spielen sich
gruppendynamische Prozesse ab. Es kommt zu Freundschaften, So gewährt das Beispiel dieser Gruppe nicht nur Einblick in die Geschichte der Solidaritätsbewegung in der Bundesrepublik, sondern auch in das Experiment einer ‚Alternativen Lebensform’. Es zeigt den Versuch eines moralisch gerechtfertigten, aber zugleich lustvollen Handelns in einem Bereich, der das Politische mit dem Privaten, das Private mit dem Politischen verbindet, den Versuch, in einem Kollektiv zu leben, das ohne Protagonisten auskommt. |